folge2Search Services TopicmapHamburg 2005-2006

Wissensmanagement mit dem ConceptServer

Überblick

Der ConceptServer ermöglicht es, Dokumente und Themen miteinander zu verknüpfen. Er schafft dadurch eine Wissenbasis, die die Resourcen1 eines thematischen Gebietes ordnet und inhaltlich zueinander in Beziehung stellt. Der ConceptServer wurde entwickelt, um vorhandenes Wissen zentral zu speichern und für unterschiedliche Anwendungen abrufbar zu machen.

Integration

Der ConceptServer ist eine eigenständige Serverapplikation und ist über eine WebService-Schnittstelle ansprechbar. Dadurch ermöglicht er die Integration verteilter Applikationen

Technologie

Der ConceptServer ist in Java entwickelt. Er läuft als eigenständige Serverapplikation und lässt sich über HTTP-basierte Services in jedes übliche System (zum Beispiel in ein Content Managment System) integrieren.

Der Status Quo

Die Menge der digitalisierten Inhalte wächst stetig. Um so grösser die Menge wird, umso schwieriger gestaltet sich das (Wieder-)Finden relevanter Informationen. Die Aufgabe, nur jenes zu finden, was auch gesucht wurde, ist daher verstärkt in den Fokus der Informatik gerückt. Wo sich diese Aufgabe innerhalb von Organisationen stellt, wird sie Bestandteil des Wissensmanagments, einer akademischen Disziplin, die sich mit der Handhabung von implizitem und explizitem Wissen in Organisationen beschäftigt.
Ein vielversprechender Lösungsansatz zu dieser Aufgabe ist es, den Kontext zu beachten, in dem eine Information auftritt. Um so genauer der Kontext bekannt ist, um so eher lässt sich entscheiden, ob eine Information innerhalb der aktuellen Fragestellung von Interesse ist oder nicht. Damit Software diese Entscheidung treffen kann, ist es nötig, den Kontext in automatisch verarbeitbarer Form vorzuhalten. Wie man Kontext effektiv kodiert ist eine offene Frage, zu der es viele Lösungsansätze gibt. Einen dieser Ansätze stellt der ConceptServer dar.

Der Ansatz des ConceptServer

Wie lässt sich Kontext in komprimierter Form kodieren2? Der Ansatz des ConceptServers ist es, Dokumente und Themen miteinander zu verknüpfen; er speichert, welches Dokument von welchen Themen handelt. Diese Zuordnung zwischen Themen und Dokumenten stellt ein spezifisches Wissen dar, das sich anschliessend abrufen lässt. Die Fragen, die der ConceptServer beantworten kann sind: “Welche Themen werden im Dokument XY behandelt?” und umgekehrt: “Welche Dokumente handeln von Thema Z?”.

Implizites Wissen

Während Autoren an einem Dokument arbeiten, beantworten sie diese Fragen in der Tat laufend,
wenn auch unbewusst. Das beginnt mit dem Speichern in einem bestimmten Ordner und der Vergabe eines aussagekräftigen, sprechenden Namens.
Vor der Veröffentlichung werden Metadaten hinzugefügt – wie Zusammenfassungen oder Schlagwörter – die dem Leser Hinweise auf die Inhalte geben. Bei der Veröffentlichung selbst wird das Dokument in Kontexte einsortiert, z.B. indem es im DMS bestimmten Kategorien zugeordnet wird oder es von einer bestimmten HTML-Seite aus verlinkt wird.

Explizites Wissen zentral verwaltet

All diesen Arbeitsschritten liegt eine inhaltliche Einordnung zugrunde. Der ConceptServer bietet einen Ort, an dem diese impliziten Einordnungen explizit festgehalten werden können. Der Einsatz des ConceptServer generiert kein neues Wissen; er macht vorhandenes Wissen zugänglich.
Mit dem Einsatz des ConceptServer wird die Aufgabe thematische Einordnung als eigenständig erkannt (mit allen Vorteilen, die explizit erkannte Aufgaben haben, wie etwa dem Durchsetzen einheitlicher Richtlininen etc.). Die Umsetzung erfolgt an einer zentralen Stelle und in der immer gleichen Art und Weise. Der Akt der Einordnung transportiert das Wissen der Autoren in ein zentrales Repository. Das somit externalisierte Wissen ist an einem Ort konzentriert und von allen nachfolgenden Prozessen abruf- und anwendbar.

Organisation von Themen

Die für die Einordnung zur Verfügung stehenden Themen werden im Vorfeld in Form einer Ontologie3 gepeichert. Ontologien erlauben es, Themen zu definieren und die Beziehungen zwischen einzelnen Themen zu benennen. Dadurch gehen Ontologien in ihren Möglichkeiten über Auflistungen von Schlagworten hinaus, da in letzteren die Begriffe beziehungslos nebeneinander stehen. Am gebräuchlichsten sind Ontologien, die hierarchische Beziehungen (Thesauri, Taxonomien) abbilden, netzwerkartige sind aber ebenfalls denkbar (semantische Netze).

Anhang

[1] Mit Resourcen sind alle URL-addressierbaren Resourcen gemeint. Das können HTML-Seiten,
Filme, Flash-Movies etc. sein.
Konzept lässt sich im Zusammenhang des ConceptServer auch als “Thema” verstehen. Die
Verbindung zwischen Resource und Konzepten hat im ConceptServer die Semantik: “Von
welchen Themen handelt die Resource”
[2] Komprimiert, um es einem Leser, Betrachter, Crawler zu erlauben, ein Dokument vorläufig
einzuordnen, ohne dass er das ganze Werk rezipieren und vor allen Dingen ohne dass er es
begreifen muss.
[3] Eine Ontologie kann definiert werden als die explizite Spezifikation einer “Konzeptualisierung”.
Und eine “Konzeptualisierung” wiederum ist eine von den Beteiligten geteilte Idee davon, wie ein
Teilgebiet organisiert ist.

 
Name
E-Mail
http://
Nachricht
  Textile-Hilfe